2. Herren auch nach Spitzenspiel weiter ungeschlagen

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Etwas ratlos standen die Blauen, samt den ungezählten Anhängern, nach 4 ½ Stunden Kampf beim Staffelfavoriten in Bennigsen noch lange in der Halle rum. Ein 8:8 hätten vorher wohl alle sofort akzeptiert, aber nach einer zwischenzeitlichen 7:2-Führung blieb die Frage unausgesprochen im Raum stehen, wie man das nicht ins Ziel bringen konnte. So ist man nach dem dritten Unentschieden in der Tabelle 2 Punkte hinter Bennigsen und wegen des schlechteren Torverhältnisses auf Platz 3 hinter den 96-Jungs zurecht zurück gefallen. Auch das nur unter der Prämisse, dass das letzte Spiel der Hinrunde in Burgwedel nächste Woche gewonnen wird.

Als Anreiseoption wurde, sehr vorbildlich aus Klimaüberlegungen heraus und um die kostenlose GVH Aktion zu unterstützen, die Bahn genutzt.... Das ist natürlich Blödsinn. Der wahre Hintergrund war, dass sich die eigentlichen Autofahrer der Mannschaft die Möglichkeit offen lassen wollten, sich im Anschluss an das Spiel aus Jubel- oder wahlweise Frustgründen noch vor Ort zu besau... ich meine das eine oder ander geistreiche Getränk zu sich zu nehmen. Der Blonde und Börgelino durften, vom Mannschaftsrat ausnahmsweise genehmigt, den Anwesenheitszeitpunkt außer acht lassen, weil sie der 1sten vorher noch aushelfen mussten, respektive durften. Dafür muss noch die anfängliche Abwesenheit des von einer Kinderblase gepeinigten alten Mannes bei der Begrüßung vom Mannschaftsrat verhandelt werden.

Anpfiff: Diesel2/3 und der alte Mann können mit Daniel/Mirko nur zu Beginn mithalten, dann wird doch ein Klassenunterschied deutlich = 0:3. Genau so klar beherrschte das eingespielten Duo des Blonden und Börgelino die Bennigser Stefan/Dennis. Wie ist das Doppel3 mit der ersten Niederlage letzten Sonntag mental fertig geworden? Offensichtlich ist die Verarbeitung schon abgeschlossen, denn Kloppi und das Satzzeichen zeigten gegen Peter/Oliver in den ersten beiden Sätzen die beste Saisonleistung ever ever. In Satz3 kam der Motor ins Stottern, doch in Satz4 wieder tadellos = 3:1.
2:1 nach den Doppeln....super Start.

Vor einer fast unlösbaren Aufgabe stand dann Diesel2/3 gegen Daniel, der zeigte, warum er verdient noch ungeschlagen ist. Immerhin hat Diesel2/3 gut gegen gehalten und wenn in Satz2 das Glück mitgespielt hätte, wäre vielleicht noch mehr gegangen. = 0:3. Eine große Aufgabe hatte auch der Blonde, der fast 2 Sätze lang den ersten harten Ball von Stefan meist nicht unterbinden konnte. Mit viel Mut selbst aktiver zu werden konnte der Blonde Papa den Sieg aber erkämpfen. Börgelino in einem für ihn typischen Spiel gegen Peter. Zwar irgendwie eng, aber nur, weil das Börgelino zu viel rumspielen will; am Ende jedoch erfolgreich = 3:1. Kloppi musste über 5 Sätze gegen Dennis alles geben, um ihn zum Schluss erfolgreich nieder zu ringen. Wie immer ein Vorbild an Einsatz = 3:2. Das Satzzeichen hatte sich beim Einspielen, oder bei der Bahnfahrt – wer weiß das schon -, eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu gezogen – es sollte nicht sein letztes gesundheitliches Problem für heute gewesen sein. Die hielt ihn aber nicht davon ab, gegen Oliver ein starkes Spiel abzuliefern = 3:1. Als dann der alte Mann noch gegen Mirko gewann, weil dieser in Gedenken an die Jahrzehnte zurückliegenden Spiele gegeneinander unter einer Beißhemmung litt, führten die Blauen unfassbar 7:2 zur Pause.

Das müsste man... sollte man.... könnte man... Ja, eigentlich schon....muss aber nicht sein. Der Blonde kann gegen Daniel und die geile Vorhand trotz aller Gegenwehr auch nicht mehr als schön mitspielen = 1:3. Diesel2/3 verhindert gegen Stefan oft dessen harte Bälle und kämpft sich in den Entscheidungssatz, wo er leider durch unglückliche Netz-Bälle am Ende verliert = 2:3. Das war wirklich Pech. Kloppi kann sich anschließend zu wenig selbst aktiv durchsetzen und sieht sich den ständigen Angriffe von Peter ausgesetzt = 1:3. Der Vorsprung schmilzt, aber Börgelino, zur Zeit in Topform, verschafft noch mal Luft: Ziemlich locker beherrscht er das Spiel gegen Dennis = 3:0. 8:5 der Spielstand, aber Bennigsen hatte jetzt Oberwasser und von „Unten“ kam bei den Blauen wieder mal nichts mehr: Der alte Mann kann gegen Oliver nur 2 Sätze mithalten, dann spielt dieser zu clever. Immerhin überbrückten der alte Mann und Oliver die minutenlange lautstarke Diskussion am Nebentisch mit einem – das ist wortwörtlich gemeint: einem – Ballwechsel = 1:3. Das Satzzeichen gegen Mirko mehr mit seinem Bein und Diskussionen beschäftigt = 0:3.
Und schon musste, mal wieder, das Abschlussdoppel entscheiden. Das ging bisher immer gut aus für die Blauen. Bisher... Der Blonde und Börgelino starten gegen Daniel/Mirko gut; in Satz2 stehen sie aber etwas schlechter und ein Hin und Her mit tollen Ballwechseln entsteht. Bei 2:1-Satzführung und Verlängerung in Satz4 ist man wieder sooo dicht dran. Aber dicht dran ist eben nur dicht dran. Die Bennigser schnappen sich Satz4 und enteilen im Entscheidungssatz. Der Blonde und Börgelino versuchen sich wieder anzunähern, aber sie können Daniel/Mirko nicht mehr einholen = 2:3.

8:8 in einem spannenden Fight, mit kleineren und größeren Nickligkeiten, die zu solchen Spitzenspielen im Profisport wohl dazu gehören. Der Autor war zwar schon in den Siebzigern des letzten Jahrtausends nicht wirklich ein Anhänger der damals kurz in Mode gewesenen „Spiele ohne Sieger“ ( Nur zur Veranschaulichung: Das waren Gesellschaftsspiele, bei denen durch das Weglassen eines Gewinners, auch niemand böse werden sollte. Also quasi „Mensch ärgere dich nicht“ ohne Zielfelder und raus schmeißen...), muss aber auch nicht um jeden Preis gewinnen. Können sich nicht einfach alle lieb haben...ach nee, mein Fehler, ist ja Tischtennis.
Mit diesem Ergebnis bleibt in der Staffel jedenfalls alles offen.
Nun sollte das Erlebte aber noch in der Bennigser Lokalität aufgearbeitet werden. Dazu muss aber eine bestimmte Hälfte der Mannschaft erst einmal die Umkleide wieder verlassen. Der Verfasser hat sich schon wiederholt gefragt, was genau diese Hälfte eigentlich immer so lange nach den Spielen dort treibt. Bei nebeligen, gefühlten Minus 5 Grad vor der Bennigser Halle wurde diese Frage immer drängender. Irgendwann tauchte ein Einzelner auf, aber nur um nach Verbandsmaterial anzufragen. Offensichtlich hatte sich ein Mannschaftsmitglied – zur Wahrung seiner Persönlichkeitsrechte wird hier nicht der Name genannt; einfach den Text noch mal lesen, dann weiß man, um wen es sich handelt - eine stark blutende Verletzung am ...äähhhh ... Beutel der Zwillinge zugezogen. Habe ich mich bisher nur ohne eine Vorstellung gefragt, was die so treiben, mache ich mir jetzt echte Sorgen. Die Versorgung der Wunde schien wohl dann aufwendiger, als man glaubt und es verging weitere Zeit. Viel später in dem Bennigser Clubheim konnte immer noch nicht schlüssig erläutert werden, wie es zu dieser Duschverletzung gekommen ist. Die Antworten waren ähnlich ergiebig, wie die eines Politikers vor einem Untersuchungsausschuss. Sie warfen nur neue Fragen auf, die noch verstörender sind. Es soll auch Bildmaterial geben, dessen Betrachtung aber nur für Menschen geeignet ist, die zum Frühstück schon Splatterfilme gucken. Aus Gründen für das weitere Seelenheil von uns allen, sollte man versuchen die Gedanken wieder los zu werden. Also gucken wir jetzt alle mindestens 1 Stunde lang niedliche Eichhörnchenvideos auf Youtube. Irgendwann musste man dann aufbrechen, denn unverständlicherweise fahren, obwohl sich ja alle Verantwortlichen für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs überschlagen, nicht endlos Bahnen zurück nach Hannover. Als also die Pommes – die man übrigens sehr empfehlen darf – und Wurst vernichtet waren und noch ein Weggetränk sehr stilvoll für die Wanderung zum Bahnhof mitgegeben wurde, brach man auf gen Heimat. Was für ein schöner Tag...
Der nächste „Spielbericht“ wird wieder appetitlicher...versprochen...

Bis denne...
Immer fröhlich bleiben...     Euer Buttermaker